Betriebliche Altersvorsorge

Handeln oder abwarten? Als Arbeitgeber sollten Sie auf jeden Fall aktiv werden und Ihren Mitarbeitern ein Angebot zur Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge machen. Sie können so ein System einführen, das auf ihr Unternehmen zugeschnitten ist und Kosten sparen.

Seit dem 1.Januar 2012 haben Ihre Mitarbeiter neben der gesetzlichen Rentenversicherung und einer möglichen eigenen privaten Altersvorsorge auch einen Rechtsanspruch auf die betriebliche Altersvorsorge aus Entgeltumwandlung.
Das heißt, dass Sie als Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten müssen, Gehaltsbestandteile in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen. Diese neue Regelung bietet Ihnen eine Reihe von Chancen, sich als attraktiven und modernen Arbeitgeber zu positionieren und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. So können Sie gute Mitarbeiter durch eine eigene betriebliche Altersvorsorge stärker an sich binden.
Kurzum, die betriebliche Altersvorsorge steigert die Attraktivität Ihrer Arbeitsplätze.

Es gibt fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung:

1. Mit der Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber, seinem Beschäftigten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Versorgungsleistungen zu gewähren.
Da diese Leistungen aus betrieblichen Mitteln finanziert werden, zahlt der Arbeitnehmer keine eigenen Beiträge. Ein Anspruch auf staatliche Förderung besteht deshalb nicht.

2. Die Unterstützungskasse ist eine eigenständige Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmen finanziell getragen wird. Wie die Direktzusage kann auch die Altersversorgung über die Unterstützungskasse nicht staatlich gefördert werden, da der Arbeitnehmer ebenfalls keine eigenen Beiträge zahlt.

3. Bei der Direktversicherung handelt es sich um eine besondere Form der Lebensversicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seine Arbeitnehmer abschließt. Bezugsberechtigt sind der Beschäftigte selbst oder seine Hinterbliebenen.

4. Die Pensionskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmen getragen wird. Im Unterschied zur Unterstützungskasse sind die Arbeitnehmer jedoch selbst Mitglieder der Pensionskasse, an die sie auch Rentenbeiträge zahlen.

5. Der Pensionsfonds ist eine neue Form der betrieblichen Altersversorgung. Von der Pensionskasse unterscheidet er sich dadurch, dass er freier in der Auswahl der Geldanlagen ist und dadurch höhere Renditechancen bietet. Der Staat überwacht die Pensionsfonds, um die Sicherheit des angelegten Kapitals zu gewährleisten.

Bietet ein Unternehmen seinen Angestellten eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder eines Pensionsfonds an, so haben die Beschäftigten einen Anspruch darauf, dass die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllt werden. Wenn der Arbeitgeber von sich aus keine Form der betrieblichen Altersversorgung anbietet, kann der Arbeitnehmer einseitig verlangen, dass eine Direktversicherung für ihn abgeschlossen wird.

Die bereits erworbenen Rentenansprüche aus der staatlich geförderten betrieblichen Altersversorgung bleiben auch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestehen – vorausgesetzt der Versorgungsanspruch besteht mindestens seit fünf Jahren und der Versicherte ist nicht jünger als 30 Jahre. Der Vertrag kann entweder auf einen neuen Arbeitgeber übertragen oder vom Versicherten selbst erfüllt werden.

Neben der „normalen“ staatlichen Förderung gibt es im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung noch zusätzliche Steuererleichterungen. So können bis zu 2.160 Euro lohnsteuerfrei in eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds eingezahlt werden. Darüber hinaus besteht bei einer Direktversicherung die Möglichkeit der Pauschalversteuerung: Dabei kann der Beschäftigte bis zu 1.742 Euro steuerfrei und bis 2009 auch sozialversicherungsfrei in die Direktversicherung einzahlen.